Mittwoch, 18. Oktober 2017

Chiara, warum muss ich nur immer an Prinzessin Leia denken?

Als Mitglied des Me Made Mittwoch Teams habe ich das Privileg, den aktuellen Post vor den allermeisten anderen zu lesen. Gestern Abend habe ich diese Möglichkeit genutzt, da ich neugierig war, was unsere heutigen Gastbloggerinnen Elke (grueneblume) und Elke (elkeundmatthias), zeigen werden. Obwohl ich bereits verdammt müde war, begeisterten mich die fröhlichen und positiven Bilder so sehr, dass ich mir vornahm, noch einen Post für den MMM zu schreiben. Danke für diesen Motivationsschub und den Gastbeitrag!!


Ich zeige hier heute "Chiara" von Wear Lemonade. Eigentlich handelt es sich dabei aufgrund der kurzen Ärmel um ein Sommerkleid. Da es aber erst seit wenige Wochen fertig ist und ich es nicht gleich mit allen anderen Sommerkleidern ganz oben im Schrank verstauen wollte, trage ich es zur Zeit mit einem langärmeligen T-Shirt.

Quelle: chiara_pour_eshop.de

Das Besondere des Kleides sind die in die Seiten eingesetzten Keile, die zu diesen etwas flügelartigen Ärmelchen führen. 


Wear Lemonade sieht die hier zu sehende mittlere Naht nicht vor. Die Seiten bleiben offen, da ich aber große Bedenken hatte, dass dadurch zu viel Haut in der Öffentlichkeit zu sehen sein wird, habe ich die Einsätze auf einer Länge von ca acht Zentimetern aufeinander gesteppt, einige Zentimeter weniger hätten vermutlich auch ausgereicht.


Aber auch die von der Mitte auslaufenden Abnäher im Oberteil gefielen mir so sehr, dass ich das Schnittmuster, das ich im Rahmen meines "le "netflix" de la couture" Abos heruntergeladen hatte, ausdruckte und zusammenklebte.


Laut "wear lemonade" ist das Kleid einfach zu nähen: «rien de très compliqué», «nothing difficult». Nun ja...
Obwohl die Anleitung reich bebildert ist, hatte ich beim Nähen der Seitenkeile einige Schwierigkeiten. Erst ein Video löste den Knoten in meinem Kopf.
Quelle: chiara_pour_eshop.pdf

Tatsächlich wird die Nahtzugabe des Vorder- und Rückenteils nach innen gebügelt. Das vorgesehene Futter wird für den Einsatz der Keile genau so vorbereitet. Die Keile werden dann zwischen Oberstoff und Futter zwischengefasst und festgesteppt. Für mich ist dies eine etwas merkwürdige Konstruktion, da man zum Teil nicht sieht, was man zusammengefasst hat. Aber es funktioniert (solange der Stoff nicht zum Ausfransen neigt).


Hinten hat das Kleid einen schönen V-Ausschnitt und wird mit einem nahtverdeckten Reißverschluss geschlossen. Der Rock ist ein einfaches Rechteck.


Für das Kleid habe ich einen leichten Chambray verwendet, der sich leider nur widerwillig bewegt. Ein fließenderer, etwas schwerer Stoff ist sicherlich eine bessere Entscheidung. Aber auch dieses Kleid trägt sich sehr angenehm.


Wenn ich das Kleid an mir sehe, muss ich immer an Prinzessin Leia denken. Ich war der festen Überzeugung, dass sie in einem der ersten Star Wars Filme ein Kleid mit aufgeblähten kurzen Ärmeln trägt. Bei der Suche nach einem passenden Bild ist mir aufgefallen, dass es wohl eher ihre Frisur ist, an die ich mich erinnere. Erstaunlich, welche Assoziationen hervorgerufen werden ...

So könnte das Kleid dann im Sommer aussehen.


Von Wear Lemonade wird man hier bestimmt noch mehr sehen. Wie vor drei Wochen habe ich Dita bereits zugeschnitten. Da ich aber zwei Wochen im Urlaub war, liegt der Stoff noch unverändert an seinem Platz.

Jetzt sehe ich mir die anderen Beiträge beim Me Made Mittwoch an.
Allen LeserInnen wünsche ich eine schöne Woche.
Herzlichste Grüße,
Nina

Mittwoch, 27. September 2017

Noch ein französisches Label: Wear Lemonade

Dieser Post ist zunächst auf dem Me Made Mittwoch Blog erschienen und wird hier nur ein weiteres Mal veröffentlicht, da dies mein privater Blog ist, der mir auch zur Dokumentation meiner Nähprodukte dient.

Herzlich Willkommen zum Me Made Mittwoch am 27. September 2017.

Ich, Nina vom Blog "Kleidermanie", begrüße euch heute in einem Kleid nach dem Schnittmuster "Greta" von Wear Lemonade. Kleid und Label möchte ich euch heute vorstellen, da mich beides sehr begeistert.


Seitdem das kleine, französische Schnittmuster Label "Wear lemonade" vor gut einem Jahr das erste Schnittmuster herausbrachte, verfolge ich seine Entwicklung und bin von den verspielten Schnittmustern und dem farbenfrohen Auftritt (zum Beispiel auf Instagram) sehr begeistert. Es hat allerdings ein Jahr gedauert bis ich den ersten Schnitt kaufte, da die Kleider von meiner üblichen Silhouette ein wenig abweichen. Susi vom Blog "AlleWünschewerdenwahr" nähte bereits vor einem Jahr das Kleid "Dita" bei einem von Monika organisierten Nähtreffen. Die extrem großen Schnittteile schreckten mich jedoch ein wenig ab, das Label näher kennenzulernen. An dem Wochenende wurde das Kleid leider nicht fertig, so dass ich es anprobieren konnte. Im Sommer erzählte Susi dann, dass sie Kleid sehr gerne trage.


Da ich im Moment sehr gerne Neues ausprobiere, habe ich jetzt gleich zwei Kleider nach Schnitten von wear lemonade genäht - Greta und Chiara - und ein drittes - Dita - ist bereits zugeschnitten und andere werden folgen.

Nun könnte man denke, dass ich fleißig einkaufen war. Ganz so verhält es sich aber nicht. Wear Lemonade bietet für 7,90€ eine Art Flatrate für ihre Download-Schnittmuster an und nennt diese "Le NETFLIX de la couture". Allerdings muss man diese für mindestens drei Monate abschließen. Dafür hat man im Moment Zugriff auf 31 Schnittmuster, die man aber alle zuhause ausdrucken und zusammenkleben muss, es sei denn, man kann ein pdf Dokument in ein plotterkompatibles Dokument (A0) umwandeln. Das kann ich leider nicht. Also steht vor dem Nähvergnügen das Kleben, denn ich habe diese Flatrate gebucht. Für 17,90 kann man Papier-Einzelschnitte bei wear lemonade bestellen.

Wer nicht nähen möchte, kann auch bereits fertige Kleidungsstücke bei wear lemonade kaufen. 


Wer das pariser Label in Paris besuchen möchte, sucht allerdings vergeblich. Als ich im Sommer mit drei anderen nähbegeisterten Frauen in Paris war, suchten wir ein Geschäft, um Kleidung anzuprobieren und Schnittmuster oder ggf Stoff zu kaufen. Gelesen hatten wir, dass es in der 80 rue du Faubourg Saint-Denis ein Lemonade Studio gibt. Dieses kann man jedoch nur nach vorheriger Anmeldung besuchen. Das hatten wir leider verpasst.

Heute stelle ich euch den Schnitt "Greta" vor.

Quelle: livret_greta_pdf.pdf

Wear lemonade schreibt, dass das Kleid von dem Film "In the mood for love" inspiriert sei. Ich kenne den Film nicht, kann also nicht beurteilen, in wie fern das gelungen ist. Aber vielleicht hat ja die ein oder andere gleich an diesen Film gedacht als sie das Kleid sah.

Quelle: livret_greta_pdf.pdf


Das besondere ist die kleine, schräge Knopfleiste und der blattförmige Kragen. Der Rock ist gekräuselt und besitzt Nahttaschen, die Taille wird durch ein Gummiband betont. Die Ärmel sind im Schulterbereich ebenfalls gekräuselt und ellenbogenlang.

Da meine drei Knöpfe keine Funktion haben und der Halsausschnitt groß genug ist, damit der Kopf durchpasst, habe ich auf Knopflöcher verzichtet. Wer die Knöpfe weiter oben annäht, muss Knopflöcher nähen.


Von hinten erkennt man, dass der kleine Kragen am Nacken aufgestellt ist und das Kleid in der Taille einen Gummizug besitzt. Ich habe zusätzlich einen ca 4 Zentimeter breiten Gürtel genäht, um den Gummizug zu verdecken.


Ich habe Größe 40 genäht, eine 38 hätte vermutlich ausgereicht, da das Kleid insgesamt sehr locker sitzt (und dies vermutlich auch noch in Größe 38). Damit ist es eigentlich das ideale Weihnachtskleid, da es auch nach dem sechsten Gang oder dem vierten Weihnachtsessen nicht kneift.
Wear Lemonade geht von 2,80m/1,40m Stoff aus. Leider habe ich vergessen nachzumessen, was ich tatsächlich gebraucht habe, mehr aber auf keinen Fall.


Da mir die Entscheidung für Knöpfe sehr schwer fiel, habe ich einfach welche mit dem Stoff bezogen. Prym hat dafür merkwürdigerweise (mindestens) zwei unterschiedliche Systeme zur Auswahl. Mir gefällt das, für das man keinen Hammer benötigt, sehr gut. Der Knopf wird hier einfach mit der Hand gepresst. Ein deutliches PLOPP zeigt an, dass er fertig ist. Da meine Finger bereits nach dem zweiten weh taten, habe ich beim dritten ein Buch über den kleinen Turm aus zwei Plastikteilen, dem Knopfrohling und Stoff gelegt und mit dem Handballen den Knopf zusammengedrückt. Funktioniert wunderbar.


Genäht ist das Kleid relativ schnell. Die Anleitung ist reich bebildert und die jeweiligen Schritte sind in französisch und englisch erklärt. Noch eindeutiger wären die Bilder, wenn man die rechte und linke Stoffseite deutlich erkennen könnte...

Quelle: livret_greta_pdf.pdf

Mein Kleid ist aus Viskosecrepestoff, der sehr schön fällt. Fließende Stoffe, wie dieser, sind für dieses Kleid vermutlich von Vorteil.


Mir gefällt das Kleid und wenn mir nicht immer wieder neue Schnittmuster begegneten, die mich begeistern, gäbe es sicherlich bald ein paar mehr Gretas in meinem Kleiderschrank.


BITTE: Ich hoffe auf eure Stoff- und Schnittmusterkenntnisse, denn ich suche einen Karostoff, der dem im Bild unten sehr nahe kommt und ebenfalls ein Schnittmuster, das dem Mantel entspricht. Also, wenn ihr wisst, wo ich den bekomme, schreibt es mir im Kommentar. Als ich den Mantel in einer der Folgen der "Hannibal-Serie" mit Mads Mikkelsen sah, stockte mir fast der Atem. 
Am Rande: Mein Herz raste das ein oder andere Mal beim Sehen der Serie, da allerdings eher aus anderen Gründen... Trotzdem finde ich es sehr bedauerlich, dass ich bereits alle Staffeln gesehen.


So, jetzt seid ihr dran und ich bin SEHR gespannt!!!

Herzliche Grüße, Nina

Mittwoch, 20. September 2017

Tierra Wrap Skirt mit Überraschungen

Letzten Mittwoch gab es die neuen Schnittmuster von Named. Dass ich das Label mag, ist vermutlich kein Geheimnis. Nachdem ich von der Sommerkollektion allerdings nur das Ansa Butterfly Sleeve Dress genäht habe, von dem ich wenig überzeugt bin und mich ansonsten kein Schnitt angesprochen hat, bin ich von der neuen "Earth Science Collection" extremst begeistert.

Am Mittwoch habe ich gleich zwei Schnittmuster gekauft, zum Plotten geschickt und am Freitag mit der Ruri Sweat Pants begonnen, die am Samstag Vormittag fertig war, einen Post dazu gibt es später, denn noch ist die Hose etwas groß. Am Sonntag Vormittag nähte ich dann diesen Rock: Tierra Wrap Skirt.


Das Besondere an dem Schnitt ist die hohe Taille, die durch das recht breite Wickelband zusätzlich betont wird. Es wird hinten durch eine Schlaufe gezogen, so dass es nicht verrutschen kann.


Außerdem ist die rechte Rockseite etwas länger als die linke und läuft von der vorderen Mitte schräg zur seitlichen Taille. 

Quelle: 103_01_Tierra Instructions.pdf

So ein Wickelrock ist wirklich eine schnelle Sache, die wenig Nähkenntnisse erfordert. So habe ich an reiner Nähzeit vermutlich keine zwei Stunden mit ihm verbracht.

Trotzdem war ich über über die Anleitung ein wenig erstaunt. Die erste Überraschung war bereits die benötigte Stoffmenge: 2,90m x 1,50m (bzw 3,30m x1,15m) für Größe 38. Ich war ratlos: Wo sollen diese Stoffmassen in dem schmalen Rock stecken? 

Sie lassen sich durch seine Konstruktion erklären, denn der Rock wird komplett gedoppelt. Dabei soll der Innenrock aus dem Stoff des Oberstoffs sein. WOZU??

Quelle: 103_01_Tierra_Instructions.pdf
Ich habe das obere, vordere Futter-Rockteil aus dem Außenstoff genäht und den Rest aus Futterstoff damit der Rock weiterhin an der Strumpfhose entlang rutscht und, wenn er aufklappt, schöner Stoff zu sehen ist. Dadurch habe ich ca 1,60m Stoff benötigt.


Auf dem Bild kann man ganz gut erkennen, dass der Rock komplett verstürzt ist (sagt man das so, versteht man mich?). Futter und Oberstoff werden an Saum, Bund und Seitennähten bis auf eine kleine Wendeöffnung komplett zusammengenäht und anschließend gewendet.

Von innen und außen sieht das dann sehr ordentlich aus.


Verwundert hat mich auch der häufige Hinweis auf die Verwendung einer Overlock Maschine. So soll zum Beispiel die Naht in der Taille, an der Futter und Oberstoff zusammengenäht werden, zunächst mit der Overlock genäht und anschließend auch noch die Nahtzugabe am Futter untergesteppt werden ("Press the seam allowances towards the lining, and understitch the seam allowances to the lining."). Das wird eine ganz schön knubbelige Angelegenheit.

Möglicherweise lässt sich dies Vorgehen aber damit erklären, dass der Rock nicht aus Webstoff genäht werden soll, sondern aus einem mittelschweren Jersey. Ups, das habe ich erst Stunden nachdem der Rock fertig war gelesen...

Dann wiederum wundert mich das Doppeln des Stoffes. Funktioniert das?? Aus Jersey?


Gewundert habe ich mich auch über die Größentabelle. Nach ihr benötigte ich an der Taille eine 38 und an der Hüfte die 40, auch die angegebenen fertigen Maße stimmen damit überein. Ich habe die Schnittteile also dementsprechend ausgeschnitten. Das Ergebnis war dieses:


An jeder Seite musste ich gut 2 Zentimeter wieder entfernen. Das ist dann eher eine 36 als eine 40 an der Hüfte...



Dafür sitzt der Rock - abgesehen von meinem Hohlkreuz - jetzt perfekt. Und das, obwohl ich ihn aus einem steifen, sich keinen Millimeter dehnenden Stoff genäht habe, der mit einem mittelschweren Jersey nichts zu tun hat.


Schon erstaunlich, dass der Rock trotz der Stoffwahl so gut sitzt. Ich vermute, dass der zu verwendende Jersey eher weniger Stretch haben sollte.

Ich werde den Rock auf jeden Fall auch noch aus Jersey nähen. Mich interessiert allerdings eure Meinung bzw. Erfahrungen mit dem Doppeln von Jersey. Obwohl ich Named in der Regel sehr vertraue, bin ich hier ausgesprochen skeptisch.


Im Moment muss ich mich noch ein wenig an die Proportionen gewöhnen. Der Rock ist ungewohnt lang und die Taille sitzt sehr hoch. Ich werde ihn deswegen vermutlich nie nur mit einem T-Shirt wie auf den Fotos tragen, sondern mit einem Oberteil, das etwas lockerer fällt. Erfreulich finde ich, dass er sich beim Gehen  nur wenig öffnet, er bleibt sittsam geschlossen.

Am Sonntag habe ich das Agate Pencil Dress gekauft. Diese Kollektion wird mich also noch ein wenig begleiten.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Heike vom Blog "Rothedinge" und bringt ein wenig Glanz in diesem Mittwoch! Was für eine HOSE!

Mittwoch, 13. September 2017

Robe Vogue

So sehr mich das Schnittmuster begeistert, so sehr wundert mich die Wahl des Namens, da der Name "Vogue" in der Modewelt bereits durch das internationale Modemagazin stark besetzt ist und zu so einem doch recht verspielten Kleid nicht unbedingt passt. 


Leider verrät Louis Antoinette nicht, wie es zu dem Namen gekommen ist. Allerdings beschreiben sie es als: "Voici Vogue, la robe « feel good » par excellence! De jolis détails au niveau des manches & des épaules, une longueur idéale, pas trop près du corps pour être à l’aise... le tout en restant féminine!"


Tatsächlich ist es ein richtiges Wohlfühlkleid. Es fällt locker, macht jede Bewegung mit und sieht gut, was will man mehr? Die kleinen Details an den Ärmeln und Taschen sind besondere Hingucker, wenn sie nicht, wie hier, durch das Muster des Stoffes ein wenig in den Hintergrund treten.


Im Mai habe ich das Schnittmuster beim Me Made Mittwoch genauer vorgestellt. Die kleinen Details sind dort wegen des unifarbenen blauen Stoffes ein wenig besser zu erkennen. Aber auch bei diesem Kleid fallen die Falten an den Taschen auf und die kleinen Abnäher an den Ärmeln sind gerade noch zu erahnen.


Dieses Kleid ist etwas kleiner als das blaue und ich habe die Abnäher am Rücken etwas mehr vertieft. Alle anderen Anpassungen haben ich im Mai detailliert beschrieben. Wie das blaue Kleid, besitzt auch dieses keinen Reißverschluss, ich kann es einfach über den Kopf ziehen. Ich verstehe nicht wirklich, warum Louis Antoinette einen vorsieht. Vor allem wenn man das Kleid in der vorgesehen Weite trägt, ist er absolut überflüssig. 
Beide Kleider gefallen mir ausgesprochen gut und werden gerade jetzt, zum Ende des Sommers, gerne getragen.


Obwohl das Kleid lange Ärmel und Taschen besitzt, kommt man mit 1,70m Stoff aus. Ich hatte von diesem Crepe-Stoff 3 Meter und habe aus dem Rest mein erstes - und leider bisher auch einziges - Sophia Dress von By Hand London genäht. Zwei Kleider aus drei Metern Stoff zu nähen, finde ich recht erfreulich.

Das Kleid durfte im Mai kurz nach seiner Entstehung nach Berlin reisen, wo ich in ihm allerdings noch etwas gefroren habe. Danach fand ich Muster und Farbe zum Tragen zu herbstlich. Im Moment passt es perfekt.
Die Fotos oben sind übrigens gestern nach einem Arbeitstag entstanden, die beiden folgenden sind vom Mai nach einer fünfstündigen Bahnfahrt. Das Kleid ist deswegen beide Male etwas knittrig. Sie zeigen jedoch - ganz im Sinne des Me Made Mittwochs - dass ich meine selbstgenähte Kleidung im Alltag sehr gerne trage und mich in ihr ausgesprochen wohl fühle.



Beim ME MADE MITTWOCH begrüßt uns heute Katharina, die - so weit ich weiß - so gut wie keine gekaufte Kleidung mehr im Schrank hat!

Sonntag, 27. August 2017

Noch ein Kleid für sehr warme Tage: Eliana

Auch dieses Kleid habe ich vor meinem Urlaub genäht und es durfte mit nach Spanien reisen. Da ich nur eine Woche in der Nähe von Malaga war und wenige Tage vor dem Abflug doch noch Gepäck gebucht hatte, war mein Koffer am Abflugtag zwar nur zu zwei Dritteln gefüllt, getragen habe ich dann aber trotzdem nicht alles. Dazu gehört dieses Kleid "Eliana" von Pauline Alice. 


Es lag jedoch weniger am Schnitt, der mir sehr gut gefällt, als an der großen Auswahl an Kleidung, die mir zur Verfügung stand, sowie am Stoff - einem etwas festen Jersey - den ich als zu warm empfunden habe.

Eliana_Dress.pdf
Das Kleid soll aus leichten Webstoffen genäht werden. Diese passen sicherlich auch besser zu diesem luftigen Schnitt, vor allem, wenn man es wie ich, ohne Ärmel näht.

Da ich zum einen schlechte Erfahrung mit Raglanärmeln gemacht habe: sie stehen mir nicht und mich die langärmlige Version auch nicht wirklich überzeugt, habe ich mich für die Sommervariante entschieden. Und ähnlich wie beim "Midsummer Night´s Dream" werde ich im nächsten Jahr - sollte ich den Sommer im Süden verbringen - vermutlich ein weiteres Kleid nach dem Schnitt nähen. Denn es ist sehr luftig und durch den Gummizug extrem bequem.


Hinten hat es zusätzlich zu den nackten Schultern einen Schlitz, der Luft an den Rücken lässt.


Innen sieht man, dass ich Oberteil und Rock zusammen genäht habe und parallel zur ersten Naht eine zweite Naht gesteppt habe, mit der ich den Tunnel für das Gummi in der Taille von außen festgesteppt habe. 
Eigentlich wird ein Tunnel genäht und in diesen ein kleiner Gürtel eingefädelt mit dem das Kleid in Form gebracht wird. Ich habe den Gürtel genäht und trage ihn - wenn ich ihn nicht vergesse, wie auf den Fotos - über dem Gummizug.


Einzige Schwierigkeit bei diesem Kleid ist das Steppen des Schrägbandes an die Ausschnittkanten, ohne diese lang zu ziehen. Sehr hilfreich sind allerdings die Angaben in der Anleitung für die Länge der jeweiligen Kanten, so dass man sicher ist, dass man sie nicht in die Länge zieht oder verkürzt. Diese sind übrigens im Text, als auch in einer kleinen Skizze dargestellt: Sehr anschaulich und sehr gelungen!!


Im Süden Deutschlands ist es zwar zur Zeit recht warm, diese Eliana ist jedoch ein Urlaubskleid, so dass ich es vermutlich erst im nächsten Sommer wirklich tragen werde. Mittlerweile habe ich so viel selbst genähtes, dass selbst die liebsten Kleider viel zu selten den Schrank verlassen. Dies und die berechtigte Erwartung, dass es bald Herbst wird, ich gedanklich aber noch nicht so weit bin, hindert mich seit ein paar Wochen am Nähen. Das ist ungewöhnlich für mich, da ich Nähen als Entspannung empfinde. Ich bin gespannt, wann die Freude daran zurück kommt...

Im Urlaub merke ich immer, wie wenig ich eigentlich tatsächlich brauche. Für meinen einwöchigen Sommerurlaub hätte Handgepäck definitiv ausgereicht und ist, seitdem man für das Gepäck fast so viel zahlt wie für die eigene Person, sicherlich ein guter Anlass, sich ein wenig zu reduzieren. Geflogen bin ich mit 12 kg Gepäck, 8kg waren für das Handgepäck erlaubt, die überzähligen vier hätte ich mit Sicherheit reduzieren können, ohne dass mir vor Ort etwas gefehlt hätte. Leider fällt es mir schwer, den erholsamen Urlaubsminimalismus auf zuhause zu übertragen.

Eliana durfte ich während eines Wochenendes in Paris anprobieren. Ohne diese Möglichkeit hätte ich das Schnittmuster für mich nie in Betracht gezogen. Zwar gefallen mir viele Elianas, die man im Netz findet (z. B. hier Anni, lajoliegirafe, Susi), so hat Claudia gleich mehrere schöne Versionen, doch erst durch die Anprobe eines Tops nach dem Schnitt von "alle Wünsche werden wahr...", ließ mich zu Stoff und Schere greifen. Danke dafür!!


Allen LeserInnen wünsche ich einen guten Start in die neue Woche und noch ein paar Sonnenstrahlen!
Nina

Me Made Mittwoch: In zehn Tagen, am 6. September, ist die lange Sommerpause des Me Made Mittwochs zu Ende und wir starten mit dem Motto "Mein Urlaubsliebling".