Sonntag, 20. August 2017

Maxi-Sommer!

In diesem Sommer habe ich so viele Maxikleider/-röcke genäht wie nie zuvor und auch bei den Oberteilen habe ich Neues ausprobiert. So auch bei dieser Kombination aus Maxirock "Rene" von Named Patterns und Ogden Cami von True Bias.


Das Ogden Cami ist für meinen Geschmack am Bauch eigentlich VIEL zu weit, so dass ich ihm lange keine Aufmerksamkeit geschenkt habe. In diesem Sommer sah ich dann bei Instagram plötzlich nur noch Ogden Camis und eines war schöner als das andere. Da ich vom Rock noch einen Stoffrest hatte, testete ich den Schnitt. 


Und bin total begeistert! Der Ausschnitt ist hinten wie vorne perfekt. Denn er ist jeweils so tief, dass er unnötige Einblicke verhindert - der Ansatz der Brust bleibt bedeckt - und auch der Verschluss des BHs bleibt versteckt. Das finde ich bei so einem leichten und zarten Top erstaunlich. Wie man sieht, sieht man NICHTS!


Das Ogden Cami wird im oberen Drittel gedoppelt. Da ich nicht mehr ausreichend Stoff hatte, habe einen Reststoff von einem anderen Kleid genutzt. Zum Glück sieht man den Futterstoff beim Tragen kaum.

Quelle: TheOgdenCamiInstructionsby True Bias.pdf

Die Anleitung ist reich bebildert, so dass dieses Top jede/r nähen kann. True Bias gibt einen Stoffbedarf von 1,10m an. Ich bin sicher, dass man keinen ganzen Meter benötigt. In der Anleitung wird betont, dass das Top für einen C-Cup konstruiert sei: "The Ogden Cami is drafted for a model who is 5’5” and a C cup. You can lengthen or shorten your pattern on the specified markings if necessary." Ich kann mir vorstellen, dass es mit weniger Busen weniger schön fällt. Dies Ogden Cami ist sicherlich nicht das letzte, da es sich zu Hosen und Röcken sehr gut kombinieren lässt. Bei Instagram habe ich zudem einige Patternhacks gesehen und musste sehen, dass es sich auch als Kleid sehr gut macht.


Das Schnittmuster für das Ogden Cami kann man bei True Bias weiterhin als Downloadschnitt kaufen und da es nur aus 13 Seiten besteht, ist es auch verhältnismäßig schnell zusammengeklebt.

Den Schnitt für den Rock "Rene" gibt es leider nicht mehr. Named Patterns hat einige ältere Schnittmuster aus dem Shop genommen, da sie ihren Ansprüchen nicht mehr genügen und eine Überarbeitung unverhältnismäßig viel Zeit kosten würde. Schade, denn "Rene" ist ein wirklich sehr durchdachter, einfacher Schnitt.

Quelle: ReneMaxiSkirt.pdf

Der Rock hat hinten zwei und vorne einen Abnäher, so dass er sich eng an den Körper schmiegt. An den Seiten sind zwei lange Schlitze vorgesehen, die man zum Gehen nicht unbedingt benötigt. Mit weniger großen Schritten bietet der Rock immer noch ausreichend Bewegungsfreiheit, um voranzuschreiten. Sie sind aber ein Designdetail, das mir gut gefällt, so dass auch mein Rock diese Schlitze besitzt. Der Rock wird bei mir hinten mit einem nahtverdeckten Reißverschluss geschlossen. Named sieht einen sichtbaren Reißverschluss vor, der mir aber für meinen zarten Stoff nicht gefällt.

Wie das Ogden Cami wird der Rock im oberen Drittel gefüttert.




Den Rock habe ich um ca zehn Zentimeter gekürzt. Ich wollte ihn knöchellang damit er nicht zu sehr nach Abendgarderobe aussieht. Vermutlich hätte ich weitere fünf Zentimeter abschneiden können. Ich denke aber, dass er so bleibt.

Das Ogden Cami, wie auch der Rock lassen sich auch mit anderen Kleidungsstücken kombinieren, so dass sie immer wieder anders aussehen. Aber auch in der Kombination gefallen sie mir ausgesprochen gut.


Allen LeserInnen wünsche ich einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!!






Sonntag, 6. August 2017

Giraffen für laue Sommerabende

In diesem Jahr habe ich richtige Sommerkleider genäht und mich ein wenig von der üblichen Silhouette entfernt. Ich hatte Spaß am Ausprobieren und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden.


Dieses Kleid ist nach einem Schnittmuster aus der Knipmode vom Juni 2017 entstanden. Ich habe die niederländische Knip abonniert, weil mir das späte Erscheinen der deutschen Ausgabe - hier fashion style genannt - auf die Nerven geht. Zudem lese ich die Anleitungen nur selten und ob diese in deutsch oder niederländisch geschrieben sind, ist fast egal, weil meine "deutsche Schneiderfachsprache" aufgrund der bebilderten englischen, französischen, ... Anleitungen, von denen ich sehr viel gelernt habe, immer noch etwas zu wünschen übrig lässt. Das Lesen einer deutschen Anleitung ohne zusätzliche Bilder lässt mich immer noch verzweifeln.


Für dieses Schnittmuster hätte ich allerdings gerne niederländisch verstanden. Auf den ersten Blick sieht alles ganz einfach aus, ich war mir dann aber doch unsicher, ob ich alles richtig verstehe, so dass ich einen kleinen Hilferuf per whats app ausstieß. Zehn Minuten später bekam ich Bilder der deutschen Anleitung. Danke, HZ (rothedinge)!


Die Hals und Armausschnitte werden einfach nach innen gelegt und festgesteppt. Das geht am Halsausschnitt super bei dem man zudem einen Schlauch für einen Gummizug lässt, der den Ausschnitt rafft. An den Armausschnitten geht das weniger gut. Ich hatte eine Nahtzugabe von 1,5 Zentimetern, die sich aufgrund der Rundung nicht so einfach nach innen wenden lässt. Ich musste sie kürzen und so richtig schön sieht das Kleid innen nun nicht aus.


Ansonsten ist das Kleid schnell genäht und besticht durch die Bänder im Rücken. Eigentlich wollte ich an den Seiten des Rocks lange Schlitze lassen. Wie so oft war die Naht jedoch bis zum Ende gesteppt und mit der Overlock versäubert bevor ich wieder an die Schlitze dachte. Ärgerlich. Aber das Öffnen der Nähte bei dem leichten Viskosestoff war mir zu riskant. Ich hätte mich sehr geärgert, wenn ich dabei ein Loch in den zarten Stoff geschnitten hätte.


Zunächst war ich unsicher, ob ich das Kleid anziehen werde. Zum ersten Mal habe ich es auf dem Weg zum Freibad getragen und wurde tatsächlich in der Umkleide auf das "schöne Kleid" angesprochen. Damit waren die Zweifel hinweggefegt.

Im Urlaub habe ich das Kleid dann abends sehr gerne getragen. Dort sah ich zudem ein Jerseykleid, das relativ hoch geschlossen war und damit den Körper sehr bedeckte. Es hatte allerdings seitliche Schlitze, die fast bis zum Po reichten, die aber nur aufsprangen, wenn man sich bewegt. Das sah so verdammt gut aus und war so ein kleines, einfaches Detail, dass ich es mir unbedingt merken will.


Bedanken möchte ich mich bei allen Käuferinnen meines kleinen Blogflohmarkts vom Wochenende. Die allermeisten Briefe/Pakete sind bereits verschickt. Der Rest erfolgt zu Beginn dieser Woche. Ich hoffe, dass die Schnittmuster/Stoffe den Erwartungen entsprechen und würde mich freuen, zu sehen, was aus ihnen/nach ihnen entstanden ist.

Allen LeserInnen wünsche ich einen guten Start in die Woche!

Donnerstag, 3. August 2017

Fische ziehen ein

Vor vier Wochen war ich mit drei anderen Nähverrückten in Paris. Wir wollten unter anderem die Stoffläden der Stadt kennenlernen. Wie überrascht war ich, dass "Les Coupons de Saint Pierre" am Montmartre gleich unterhalb der Sacré Coeur liegt und sich daneben gleich zahlreiche andere Stoffläden befinden, die unsere Herzen höher schlagen ließen. Als ich vor zwei Jahren mit zwei Freundinnen in Paris war wusste ich davon nichts und war ihnen doch so nah.

 
Der Stoff des Rocks stammt allerdings aus dem 18. Arrondissement aus der Rue Doudouville 18 und damit mitten aus dem Pariser Stadtviertel "Barbès", das zu einem sehr großen Teil von schwarzen Menschen bewohnt wird. Mit meiner hellen Haut gehörte ich dort eindeutig zur Minderheit. Dafür sieht man zahlreiche Frauen wie Männer, die diese farbenfrohen Waxprintstoffe tragen und hinreißend darin aussehen. Wer diese Stoffe mag, sollte die Rue Doudouville auf keinen Fall auslassen. Denn dort findet man gleich mehrere Läden, die diese Stoffe anbieten. Einige wenige Stoffe findet man aber auch in den Stoffläden der Rue d`Orsel unterhalb von Sacré Coeur.


Rue d`Orsel
Wie so oft war der Stoff des Rocks beim Kauf steif und mit einer Waxschicht beschichtet. Nach der Wäsche war ich dann sehr überrascht, dass er fast trocken aus der Waschmaschine kam. Eine Brennprobe bestätigte meinen Verdacht: 100% Polyester. Ärgerlich, denn Polyesterstoffe dehnen sich so gut wie nicht und was ich viel schlimmer finde: man schwitzt darin furchtbar und nach einiger Zeit fangen sie an zu stinken. Das sind keine Eigenschaften, die ich an einem Kleidungsstück schätze. Was also könnte ich aus dem Stoff nähen?
 
Da sich der Stoff sehr samtig anfasst, gut fällt und ich die Farben und das Muster mag, sollte er auf keinen Fall lange liegen und ggf in Vergessenheit geraten. Ich entschied mich für den Rock "Lauha" von Named Patterns, der aus einer älteren Kollektion stammt und den es mittlerweile nur noch als Restbestand zu kaufen gibt. Ich habe ihn über Lillestoff bestellt. Ich finde die Kombination Lillestoff und Named Patterns etwas merkwürdig, da sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Bei Lillestoff wird die neueste Named Kollektion allerdings immer einen guten Tag vor dem Erscheinen veröffentlicht, so dass ich dort häufig meine Neugierde stille.

 
Lauha ist ein luftiger Rock, der für leichte Viskosestoffe designt wurde und in der Taille getragen werden soll. In der vordere Mitte ist ein langer Schlitz gedacht, so dass der Wind an einem heißen Sommertag leicht seinen Weg unter den Rock findet.

Ich habe Vorder- und Rückenteil im Bruch zugeschnitten und den Schlitz an die Seite verlegt, da er mir vorne nicht gefällt. Der Rock ist sehr weit, so dass er außer der Durchlüftung keine Funktion erfüllt. Laufen kann man in dem Rock auch ohne Schlitz.
 
Auf dem folgenden Bild kann man die Weite sehr gut erkenne. Da ich für die Fotos ständig zum Fotoapparat laufe, um auf den Auslöser zu drücken, ist der Rock während der Fotos häufig noch in Bewegung.
 
 
Die Falten am Bund, die in der technischen Zeichnung so tief aussehen, sind tatsächlich nur einen Zentimeter tief und werden nur gelegt und nicht abgesteppt. Sie geben dem Rock ein wenig Form. Sie fallen auch aus der Nähe kaum auf.


Zum Rock trage ich ein Wickeloberteil, das ich vor einigen Wochen genäht habe.


Es entstand nach einem Schnittmuster von Butterick und besteht aus einem - vernachlässigt man das Band - Schnittteil, das vier Mal (!) zugeschnitten wird, so dass man für das kleine Oberteil knapp 2,50m dehnbaren Stoff benötigt. Im Bild unten rechts sieht man das Schnittteil. Sind die vier Teile zusammengenäht, sieht das Oberteil innen und außen identisch aus, da es komplett gedoppelt wird..


Ich habe es bereits um ca 4 Zentimeter verlängert. Vor allem im Rücken finde ich es allerdings immer noch zu kurz. Wenn ich mich bewege, rutscht es unter dem Band nach oben, obwohl es an der Puppe so wirkt als sei das kaum möglich (vgl. oben).

Besonders gefällt mir die Länge der Ärmel. Für die derzeitigen Temperaturen sind kurze Ärmel allerdings besser geeignet.


Obwohl ich Oberteil und Rock unabhängig voneinander genäht habe, passen sie sehr gut zusammen. Wäre der Rock kürzer, würde ich sie in den nächsten Wochen vermutlich ununterbrochen tragen. Wegen der Länge des Rocks und des auffälligen Musters, ist dies für mich jedoch eher eine ungewöhnliche Kombination. Ich bin gespannt, wie sie sich im Alltag bewährt.


In den letzten Wochen habe ich so viele Maxiröcke/-kleider auf der Straße gesehen, die mir sehr gut gefallen haben, dass ich mich an den Anblick eigentlich gewöhnt haben sollte. Dennoch fühle ich mich darin nicht umgehend wohl. Das Polytier trägt sich hingegen an den Beinen sehr angenehm. 

Ich habe in der Rue Doudeauville zwei Stoffe für je 10 Euro für 5 Yards gekauft, sie sind beide aus Polyester. Zum Glück habe ich mir den zweiten Stoff geteilt. Einen weiteren Waxprintstoff habe ich für 20 Euro/5Yards gekauft, der aus 100% Baumwolle besteht. Im Laden gab es Stoffe für bis zu 80 Euro für 5 Yards. Die Preisspanne ist also recht groß. Unterschiede, die diese Preisunterschiede erklären, konnte mein Laienauge nicht erkennen. In Zukunft werde ich aber immer fragen, woraus der Stoff besteht.

Mittwoch, 2. August 2017

Manchmal braucht man Sporthosen

Ich habe (hatte!) eine Sporthose, die ich ein Mal wöchentlich beim Pilates und ab und zu zuhause trage. Das war für meinen Urlaub zu wenig, da ich Yoga Pilates Ferien in Spanien gebucht hatte. Das bedeutete morgens vor dem Frühstück 90 Minuten Power Vinyasa Flow Yoga, am späten Nachmittag 60 Minuten Pilates und nach dem Abendessen 60 Minuten Yin Yoga. Nach zwei Tagen hätte ich waschen müssen oder mir wäre möglicherweise das Betreten des Raumes wegen Geruchsbelästigung verwehrt worden.


Da so ein Urlaub ja immer so unerwartet plötzlich kommt, habe ich einen Tag vor der Abreise an einem Vormittag drei weitere Hosen nach einem Burdaschnittmuster (Burda 11/2007, 122) genäht. Eigentlich sollten es nur zwei werden, da die Hose aber wirklich schnell genäht war, entstand noch eine dritte. 


Alle drei Hosen habe ich aus Stoffen aus meinem kleinen Lager genäht. Die Viskosejerseys sind Stoffcoupons vom Stoffmarkt. Sie eignen sich super. Die untere, graue Hose ist etwas dünn. Die Stoffe der braun-beigen und blauen Hose sind etwas fester und perfekt.


Ja, ich habe geschwitzt - es war anstrengend und heiß, ich war in Spanien -, dennoch habe ich mir nie einen schnell trocknenden Funktionsstoff gewünscht. Bis zur nächsten Einheit war der Stoff wieder trocken oder ich habe eine der anderen Hosen angezogen.


Für mich war das eine perfekte Woche. Die Zeit zwischen den Sporteinheiten habe ich in der Hängematte oder am Pool verbracht und gelesen. Entspannung pur. Am Strand war ich nur am ersten Tag. Er war mir zu voll und das Liegen in der Sonne viel zu antrengend. Dafür habe ich an dem einen Tag Delphine gesehen, die parallel zum Strand schwammen. Ich wusste bis dahin nicht, dass sie ihm so nahe kommen.


Eigentlich hatte ich vor, mir in Karlsruhe eine Yoga-Schule zu suchen und mindestens ein Mal die Woche einen Kurs zu besuchen, da mir die Woche wahnsinnig gut getan hat. Leider konnte ich mich bisher nicht dazu aufraffen. Mist.
Die Kurse in Spanien wurden von einer Berliner Yoga Schule "Yoga für dich" angeboten. Würde ich dort wohnen, hätte ich mich sofort angemeldet, da mir die Art des angebotenen Yogas gut gefallen hat.

Sollte ich doch noch eine passende Yogaschule in Karlsruhe finden, kann ich mir auch vorstellen, die Oberteile 123, die Träger laufen hinten über Kreuz, und 121 zu nähen. Es sind schöne, einfache Schnitte, die mir sehr gut gefallen. Die in Spanien getragenen Oberteile waren alle alt und gekauft.

Sonntag, 23. Juli 2017

Orsola Skirt - By Hand London

Vor dem Orsola Dress nähte ich einen Orsola Skirt, um die Passform zu testen und um ihn am 25jährigen Abi-Treffen zu tragen, denn ich war der Meinung, dass mein Kleiderschrank für diesen Anlass nicht das Richtige bot. 


Abgesehen davon, dass der Rock erst nach zweimaligem Waschen zu einer Größe geschrumpft ist, die passt, gefiel mir das dazu genähte Oberteil Coppelia von Papercut Patterns nicht, das für sich alleine sehr schön ist - ich habe es schon häufiger genäht - aber als gewickeltes Oberteil nicht zum gewickelten Rock passt. Am Bauch bzw. Rücken oder an der Körpermitte baumeln dadurch so viele Bänder, dass es mir einfach zu viele waren.


Für ein weiteres neues Kleid zum Abi-Treffen hatte ich keine Zeit mehr. In meinem Kleiderschrank fand ich dann überraschenderweise doch noch das für den Anlass richtige Kleid, in dem ich mich an dem Abend sehr wohl gefühlt habe.

Um den Rock zu tragen, fehlte nun also ein passendes Oberteil. Da ich noch ein wenig Reststoff hatte, nähte ich das um ca 4 Zentimeter verlängerte Oberteil vom Sallie Jumpsuit (Closet Case Files), das ich seit erscheinen des Schnittmusters häufig genäht habe. Zwar hängen auch hier wieder vier Bändchen am Körper aber an den Schultern und nicht an der Körpermitte.


So richtig glücklich war ich mit dieser Kombination aber zunächst auch nicht. Ich nahm sie mit nach Paris, zog sie an, sah mich im Spiegel und beschäftigte die anwesenden hilfreichen, näherfahrenen Frauen fünfzehn Minuten mit der Länge der Bändchen, da mir mein Anblick nicht gefiel. Normalerweise ziehe ich etwas an, gucke in die Spiegel und bin fertig. Schließlich zog ich an dem Tag etwas anderes an und die Kombination verschwand ungetragen im Koffer. Das hat mich sehr geärgert, da dies ja nun bereits das zweite Oberteil war, das mich nicht glücklich machte.

Für ein anderes Kleid kaufte ich einen trägerlosen BH und versuchte es damit erneut und  - oh Wunder - das Oberteil sitzt und die Kombintion gefällt mir. Erstaunlich, welchen Einfluss Unterwäsche auf die Oberbekleidung hat.

Das Oberteil vom Sallie Jumpsuit habe ich nicht nur ein wenig verlängert sondern jeweils an den Seiten zur Taille hin etwa um zwei Zentimeter verschmälert. Beim Jumpsuit wird an der Taille ein Gummiband eingezogen, auf dieses habe ich verzichtet.


Der Orsola Skirt ist ein sehr schnelles Projekt. Hält man sich an die Vorgaben von By Hand London wird der Wickelrock aber etwas weit. Liegt man zwischen zwei Größen, kann man die kleinere wählen. Besser ist es jedoch, die Schnittteile an Taille und Hüfte nachzumessen. Das habe ich - wie so häufig - leider versäumt, da ich mich gerne auf die Angaben des Herstellers verlasse.

Ich habe Variante drei genäht, dabei aber vorne einen geraden Saum beibehalten. Die Länge habe ich nicht verändert. Varianten 1 und 2 sind das Wickelkleid mit geraden bzw. geschwungenem Saum.
Orola-Instruction booklet.pdf

Ausgebreitet sieht der Rock dann so aus. Die rechte und linke Seite sind gleich lang, die Perspektive beim Fotografieren verzehrt das Bild.


Mein Orsola Wickelkleid hatte ich auf der sehr langen Fahrt nach Paris an. Es hat mich auf dem Weg zur Wohnung ein klein wenig in den Wahnsinn getrieben, weil der Rücken aufstand und sich durch die über die Schulter hängende Tasche immer mehr auseinander zog. Meine lieben Mitreisenden sagten, dass das nicht schlimm sei. Für mich schon. Ich zog mich für den Rest des Tages um. By Hand London veröffentlicht im Moment tatsächlich Bilder, die den hängenden Rückenausschnitt als Tragevariante zeigen. Ich bin mir nicht sicher, ob das von Anfang an so geplant war.

Den Rock mit dem Trägertop habe ich letzte Woche getragen und mich sehr gefühlt. Wie auch das Kleid, lässt er kurze Fahrten mit dem Fahrrad zu und ist ansonsten sehr bequem.


Zusammenfassung: Mir gefällt das Orsola Dress/Skirt. Es erfordert bei mir jedoch einige Anpassungen bevor es perfekt sitzt. Vor allem sollte man die Weite an Brust, Taille und Hüfte ausmessen. Das Aufklaffen am Rückenausschnitt kann verhindert werden, indem das Oberteil eine passgenaue Länge besitzt. Bei mir sind immer noch 4 Zentimeter (vielleicht sind diese aber auch bei der langen Zugfahrt erst durch Dehnung entstanden) zu viel.

Richtig. Lang ist die Fahrt von Karlsruhe nach Paris in der Regel nicht. Da mein Zug aber immer wieder still stand, hat sie nicht 150 Minuten sondern über fünf Stunden gedauert. Der Ostbahnhof, an dem ich ankommen sollte, wurde wegen einer Bombe geräumt...